sammlung
Das Kulturhistorische Museum Magdeburg beherbergt heute mit über 150.000 Objekten eine der bedeutendsten archäologischen Sammlungen Sachsen-Anhalts. Vom prähistorischen Faustkeil bis zum individuell gearbeiteten Krückstock aus dem Spätmittelalter bilden die Artefakte 200.000 Jahre Menschheits- und Zivilisationsgeschichte ab. Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich in Magdeburg durch private Initiativen der Kernbereich der vor- und frühgeschichtlichen Sammlung, die im Museum für Natur- und Heimatkunde am Domplatz 5 gezeigt wurden. Zu Lehr- und Vergleichszwecken wurde die Sammlung durch Ankäufe und Schenkungen mit Objekten aus ganz Europa ergänzt. Besondere Erwähnung verdienen auch die klassisch archäologischen Kollektionen antiker griechischer Vasen, römischer Kleinkunst, Gipsabdrücke, antiker Skulpturen, Schmuck und Gebrauchswaren aus Glas und Ton, die im Kaiser Friedrich Museum ausgestellt waren. Beide Sammlungen wurden im Zweiten Weltkrieg stark in Mitleidenschaft gezogen und nach Kriegsende im Kulturhistorischen Museum zusammengeführt. Bis 1990... weiter lesen
Magdeburg gehörte zu den bedeutendsten mittelalterlichen Metropolen des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation. Erstmals erwähnt wird die Stadt als wichtiger Grenzhandelsort im Diedenhofener Kapitular Kaiser Karls des Großen von 805. Enormen Aufschwung brachte für Magdeburg die Zeit Kaiser Ottos des Großen, der 968 die Erhebung Magdeburgs zum Sitz eines Erzbistums durchsetzte. Hier bildete sich ein Stadtrecht heraus, das als „Magdeburger Recht“ zum Vorbild für Hunderte von neuen Städten in Ost- und Südosteuropa diente. Magdeburg war eine wichtige Hansestadt. Die Sammlung Mittelalter dokumentiert die Geschichte Magdeburgs durch eine besonders große Vielfalt an Originalobjekten, die als Ergebnis der systematischen Stadtkerngrabungen in den Sammlungsbestand gelangt sind. Keramiken, Gläser, Lederwaren sowie Objekte aus Holz, Knochen und Bronze künden vom Alltag in der mittelalterlichen Stadt. Herausragende Einzelfunde veranschaulichen die hohe gesellschaftliche Stellung ihrer Oberschichten. Die... weiter lesen
Die Sammlungen des Museums enthalten über 5.000 Objekte des Kunsthandwerks und des Kunstgewerbes. Hiervon entstammen die ältesten der griechischen Antike und der römischen Kaiserzeit, die jüngsten dem 20. Jahrhundert. Der Sammlungsbereich Kunsthandwerk umfasst Objekte aus Glas und Keramik, Gold und Silber, Eisen, Kupfer, Zinn, Bronze und Messing, quer durch die Kulturgeschichte. Die meisten Objekte zeugen von der Entwicklung des Kunsthandwerks in der Stadt Magdeburg, so beispielsweise die Produkte des Zinngießer-Handwerks, das seit dem 14. Jahrhundert bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts in Magdeburg nachweisbar ist. Von ästhetischem Reiz sind die Keramiken des Rokoko aus der Magdeburger Fayence- und Steingutmanufaktur Guischard (1756-1839) sowie Gebrauchs- und Ziergeschirr des Biedermeier und der Gründerzeit aus der Buckauer Porzellanmanufaktur (1833-1930). Beachtlich ist ebenso die (Schmiede-)Eisensammlung des berühmten Magdeburger Maschinenfabrikanten Rudolf Wolf, die als Geschenk an seine Vaterstadt... weiter lesen
Die Gemäldesammlung besteht aus rund 1.000 Werken aus verschiedenen Epochen, vom 16. bis ins 20. Jahrhundert und mit Sammlungsschwerpunkt in den letzten 150 Jahren. Mehr als 300 Künstlerinnen und Künstler sind mit Tafelbildern in der Sammlung vertreten. Zu den bedeutendsten Stücken der Sammlung zählen Bilder von Lucas Cranach d. Ä. (1472-1553) und Jan Baergert (Anfang 16. Jh.). Niederländer des 17. Jahrhunderts wie Jan Miense Molenaer (1610-1668), oder Gillis Rombouts (1630-1678), Romantiker wie Caspar Scheuren (1810-1887) und Wilhelm Steuerwald (1815-1871) sowie namhafte Landschaftsmaler des 19. Jahrhunderts wie Friedrich Preller d. J. (1838-1901), Eugen Bracht (1842-1921) oder Richard Kaiser (1868-1941) gehören ebenso zur Sammlung wie zahlreiche Porträtdarstellungen und ein Querschnitt von Stadtansichten Magdeburgs aus mehreren Jahrhunderten. Die Namen Hermann Bruse (1904-1953), Heinz Zander (geb. 1939), Otto Möhwald (1933-2016) und Wolfgang Mattheuer (1927-2004)... weiter lesen
Graphische Sammlungen führen ein „Schattendasein“ – aus konservatorischen Gründen. In Metall- oder Holzschränken staubdicht und klimastabil gelagert zählt Druckgraphik zu sensiblem Kulturgut, das besonderen Schutz erfordert. Die Magdeburger Sammlung umfasst einen Bestand von annähernd 40.000 Zeichnungen und Drucken des 15.-20. Jahrhunderts. Sie ist nach Druckgraphik und Handzeichnung getrennt, chronologisch und alphabetisch geordnet. Die Druckgraphik des späten 15.-18. Jahrhunderts beinhaltet Werke der bedeutendsten Künstler aus Deutschland, Italien, Frankreich und den Niederlanden, darunter Albrecht Dürer, Lucas van Leyden, Bartel Behaim, Andrea Mantegna, Giovanni Piranesi, Rembrandt van Rijn, Claude Lorrain und Daniel Chodowietzki. Hervorzuheben sind die Veduten der Stadt Magdeburg aus dem 16.-20. Jahrhundert, von denen die Ansicht von Jan van de Velde eine Besonderheit ist. Eine Auswahl der Stadtansichten finden Sie hier. Neben Graphiken aus dem 19. Jahrhundert von beispielsweise Henri de Toulouse-Lautrec, Honoré... weiter lesen
Die Textilsammlung des Museum umfasst ca. 1.250 Objekte. Neben Textilien aus Künstlerhand wurden seit ca. 1835 auch Dinge des täglichen Lebens gesammelt: Kleidungsstücke des Bürgertums aus Samt und Seide, Spitzen und Batist aus dem frühen 18. Jahrhundert bis um 1900, ebenso eine Anzahl von Trachtenteilen um 1896 aus verschiedenen Regionen Deutschlands sowie Accessoires, Handarbeiten, Spielzeug und Kleintextilien, darunter eine kostbare Mustersammlung von Seidenbändern aus dem 18. Jahrhundert. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Sammlung um wertvolle flämische Tapisserien erweitert, ebenso kamen eine private Sammlung von Trachtenpuppen und weitere flämische Tapisserien, Raumtextilien und Paramente wie italienische Seidenstickereien und orientalische Gebetsteppiche des 19. Jahrhunderts hinzu. Ab 1975 wurden kontinuierlich Werke von Künstlerinnen und Künstlern u. a. aus Berlin, Halle und Magdeburg erworben. weiter lesen
Die Sammlung umfasst mehr als 800 Objekte aus den letzten sechs Jahrhunderten und bietet einen Überblick über die europäische Stilgeschichte des Möbels. Den Grundstein hierfür legte 1892 Wilhelm von Bode (1845-1929), der aus einer Villa in Genua einen viertürigen Nussbaumschrank erwarb. Dieses Möbelstück aus der Zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, getragen von geflügelten Sphinxen und verziert mit geschnitzten Masken, Palmetten und Friesen, war das erste Stück der Magdeburger Sammlung und ist heute eine einmalige Kostbarkeit im Möbelbestand. Von barocken Dielenschränken bis zu gobelinbestickten Stiefelknechten aus Hamburg, Lübeck und Danzig bietet die Sammlung eine Zeitreise durch die Wohnungen und den Hausrat vorwiegend gut situierter Familien in europäischen Regionen. Truhen in verschiedenen Formen zur Aufbewahrung von Textilien und anderen Dingen, Schreibmöbel, vom zierlichen Damensekretär bis zum schweren Schreibschrank, Sitzmöbel vom hölzernen Faltstuhl... weiter lesen
Die etwa 1.400 Objekte der Militaria-Sammlung haben ganz unterschiedliche Überlieferungsgeschichten. Viele stammen aus dem Altbestand des Kaiser Friedrich Museums, sie sind aber auch von Polizeidienststellen der DDR eingeliefert worden, und bis heute übergeben Bürger Seitengewehre, Geschosshülsen oder Granatsplittersammlungen dem Museum als Erinnerungsstücke an den Zweiten Weltkrieg. Die authentischen Zeitzeugnisse veranschaulichen im Kontext historischer Ausstellungen Schrecken und Tod kriegerischer Ereignisse und die Deformation von Zivilität und Menschlichkeit. Zu den Sammlungsschwerpunkten gehören acht höfische Radschlossbüchsen für Jagdzwecke aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, 16 Perkussions- und Zündnadelschlossgewehre, 18 historische Pistolen, darunter Duellpistolenpaare von besonderer kunsthandwerklicher Qualität, sowie 23 Infanteriegewehre aus der Zeit des 19. Jahrhunderts, die der Überlieferung nach noch im April 1945 an den sogenannten Volkssturm ausgegeben wurden.Das Museum verfügt über eine große Anzahl an Blankwaffen (Säbel, Degen, Dolche) und... weiter lesen
© KHM
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25.01.
2026
Führung - 25. Januar 2026 14:00 Uhr
Führung durch die Sonderausstellung
Erbauung (an) der Vergangenheit - Der Magdeburger Dom und die Wiederentdeckung des Mittelalters in Preußen" mit Kuratorin Dr. Ulrike Theisen
Eintritt Sonderausstellung
06.02.
- 6. Februar 2026 10:00 Uhr
Ferienprogramm „Bundes Licht – Geschichten aus Glas“
Führung und Workshop in der Sonderausstellung "Erbauung (an) der Vergangenheit"mit Franziska Gaumnitz-Freund
Eintritt Sonderausstellung | Um Anmeldung beim Museumsservice wird gebeten
22.02.
Führung - 22. Februar 2026 14:00 Uhr
"Erbauung (an) der Vergangenheit - Der Magdeburger Dom und die Wiederentdeckung des Mittelalters in Preußen"mit Kuratorin Sabine Ullrich