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Wechselnde Ausstellungen (Sonderausstellungen)

 
   


„Magdeburg lebt!“ –
Kriegsende und Neubeginn 1945-1949

30. September 2011 bis 9. April 2012

„Magdeburg lebt!“ – Kriegsende und Neubeginn 1945-1949 nimmt im Anschluss an die Ausstellung „UNERWÜNSCHT – VERFOLGT – ERMORDET. Ausgrenzung und Terror während der nationalsozialistischen Diktatur in Magdeburg 1933 – 1945“ (2008/2009) jene Übergangszeit am Ende des Zweiten Weltkriegs und in den ersten Nachkriegsjahren in den Blick, als unter den Bedingungen zunächst wechselnder Besatzungsmächte, ab 1. Juli 1945 unter der sowjetischen Militärregierung, in Magdeburg handlungsfähige Eliten mit unterschiedlichen Zukunftsvorstellungen aufeinander trafen, die sich auch in der lokalen Parteienlandschaft widerspiegelten.
In enger Zusammenarbeit mit Historikern der Otto-von-Guericke-Universität, mit Archiven, Dokumentationszentren und Gedenkstätten werden die neuesten Ergebnisse der wissenschaftlichen Forschung zum Aufbau der Verwaltungen, zur Wiederherstellung der Infrastruktur, zur sozialen Situation oder zum wirtschaftlichen Wiederaufbau dargestellt und damit bestehende Lücken in der stadtgeschichtlichen Forschung geschlossen.
Der Ausstellungstitel „Magdeburg lebt!“ zitiert ein gleichnamiges Projekt aus dem Jahr 1947, das in dieser schwierigen Zeit im noch immer teilweise zerstörten Museum innerhalb von 8 Wochen mehr als 51 000 Besucher anzog und das – wie zeitgenössische Medien hervorhoben -, „die Probleme der Neugestaltung unserer Städte in den Mittelpunkt der öffentlichen Diskussion“ gerückt hat.
Führungen, Vorträge, Gespräche mit Zeitzeugen, museumspädagogische Angebote insbesondere auch für Schüler der Grundstufe sowie das Begleitbuch in der Reihe „Magdeburger Museumsschriften“ vermitteln und ergänzen die Ausstellung. Angeregt wurden außerdem eine filmische Dokumentation über die Beseitigung der Kriegsschäden und zur Neuorganisation des gesellschaftlichen Lebens in Kooperation mit dem Offenen Kanal Magdeburg.


   
   

Das illustrierte Flugblatt der Frühen Neuzeit
9. März bis 28. Mai
Eröffnung: 8. März, 18.00 Uhr

Das illustrierte Flugblatt verbindet Text und Bild und ist die bedeutendste Form frühneuzeitlicher Bildpublizistik. Es diente als Mittel der Propaganda in den politischen und konfessionellen Auseinandersetzungen der Zeit, informierte über außergewöhnliche Ereignisse, steuerte Moralvorstellungen, bot seinen Lesern Trost und religiöse Orientierung oder warb für Produkte und Schaustellungen des fahrenden Volks. Mit meist konventionellen graphischen und sprachlichen Mitteln wurden Probleme der Zeit behandelt. Die Graphik war der Blickfang und gab auch dem Analphabeten Hilfe zum Verständnis des Blattes. Die volkssprachigen Texte wandten sich an den „Gemeinen Mann“, ohne das gelehrte Publikum auszuschließen, das auch exklusiv angesprochen werden konnte, wenn der Text in lateinischer Sprache verfasst war. Gemeinsam ist illustrierten Flugblättern aus dem Zeitraum von 1550 bis 1650, dass sie sehr schnell eine publizistische Antwort auf Ereignisse ermöglichten. Dabei waren die Drucke relativ erschwinglich und trugen mit ihrer Kombination von Bild, Text und – im Fall von Liedtexten – Ton ihre Aussagen in besonders einprägsamer Form vor. Sie waren das Multimedium der Frühen Neuzeit.
Illustrierte Flugblätter erschließen Vorstellungswelten und den kulturgeschichtlichen Hintergrund einer Epoche.
Das Kulturhistorische Museum Magdeburg besitzt eine Sammlung von über 50 Flugblättern aus dem Zeitraum von ca. 1560 bis um 1700, von denen einige unikal überliefert sind, die jedoch in dieser Form noch nie öffentlich präsentiert wurden. Themen aus dem politischen Bereich (z.B. der Dreißigjährige Krieg) sind ebenso vorhanden wie die Moralsatire (z.B. Blätter gegen Trunksucht) und Nachrichten über besondere Ereignisse wie Kometen.
Der Bestand wurde in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Germanistik der Universität Magdeburg unter der Leitung von Prof. Dr. Michael Schilling wissenschaftlich erschlossen. Auf der Grundlage der aktuellen Forschung erstellten Studierende den Bestandskatalog, in dem die Blätter kultur-, literatur-, mediengeschichtlich und ikonographisch kommentiert werden. Die Publikation der Sammlung erscheint im Sonderformat in der Reihe Magdeburger Museumshefte.


       
   

Die Fayence- und Steingutmanufaktur
der Familie Guischard 1756-1839

Die Ausstellung im Kaiser-Otto-Saal zeigt fast 80 Fayencen und „englisches Steingut“ aus der Manufaktur Guischard, die über mehrere Generationen in der Braunehirschstraße im Nordwesten der Altstadt bestand. Fayencen entstanden aus eisen- und stark kalkhaltigen Tonsorten, die durch Schlemmen gereinigt, geformt, getrocknet und bei etwa 900 Grad gebrannt wurden. Anschließend erhielt der rotfarbige„Scherben“ eine Glasur und während des zweiten Brandes die Gebrauchsfähigkeit.
Zu sehen sind neben aufwendig gestalteten und bemalten Potpourri-Vasen, Zierkörbe, Terrinen und Platten auch Tassen, Schüsseln, Walzenkrüge, Leuchter und Fliesen. Die Spezialsammlung des Museums, die durch Nachkriegsereignisse 1945/46 ihrer besten
Stücke beraubt war, umfasst heute dank der großzügigen
Manfred Meinz und Jutta-Schoeller-Meinz-Stiftung wieder etwa
180 Einzelobjekte.

     
     

Magdeburger Stadtansichten
Gemälde aus der eigenen Sammlung
bis 27. Mai

Etwa ein Drittel des Gemäldebestandes an Stadtansichten wurden
für diese Ausstellung in der oberen Galerie des Kaiser-Otto-Saales ausgewählt, darunter namhafte Künstler wie Carl Hasenpflug
(1902-1858), Herbert Stockmann (1913-1947) oder Richard Kaiser (1868-1941).
Die Arbeiten entstanden vorwiegend im 19. und 20. Jahrhundert.
Einer der Schwerpunkte ist die Zeit vor und nach dem Zweiten Weltkrieg, der zur wesentlichen Veränderung des Stadtbildes geführt hat.


 

 

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