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Keramik
Siedlungsgrube, Domplatz, Magdeburg
Ca. 1300-600 v. Chr.
Städtisches Leben vor 3000 Jahren?
Auf dem Magdeburger Domplatz entdeckten Archäologen in einer ca.
2 m unter der heutigen Oberfläche liegenden Siedlungsschicht ein
dichtes Nebeneinander von Gruben und Pfostenlöchern der späten
Bronzezeit - und frühen Eisenzeit. Immer wieder tauchen im Bereich
der heutigen Altstadt Spuren dieser Epoche auf, so dass mehr als 30 Fundplätze
bekannt sind. In der späten Bronzezeit erlebte das Gebiet der Magdeburger
Altstadt eine Besiedlungsdichte, wie sie vorher und nachher bis zum Mittelalter
nicht annähernd wieder erreicht wurde.
Die Rolle der stadtartigen Ansiedlung vor ca. 3000 Jahren ist weitgehend
unklar. An dieser strategisch günstigen Lage ist eine Befestigungsanlage
zu erwarten, die sich unter der modernen Stadtbebauung bisher nicht nachweisen
ließ. Im Laufe der Bronzezeit gewannen befestigte Siedlungen an
gut zu verteidigenden Stellen stärker an Bedeutung. Um 1000 v. Chr.
ist eine Zunahme von Burgen im östlichen Mitteleuropa zu beobachten.
Die Funktion des „bronzezeitlichen Magdeburgs“ bleibt weitgehend
unklar. War es Sitz herrschender Gruppen oder Hauptort eines politischen
Territoriums? Beruhte seine Wirtschaftskraft auf seiner Bedeutung als
metallurgisches Zentrum oder als Handelsplatz? Auf jeden Fall ist die
Organisation vieler Menschen auf engem Raum ohne eine gegliederte Gesellschaft
und ohne spezialisierte Arbeitsteilung nicht vorstellbar.
Im Gegensatz zu den Bronzeobjekten des Magdeburger Raums, die Beziehungen
zur norddeutschen Bronzezeit offenbaren, zeigen die Keramikgefäße
Einflüsse der bis ins Muldemündungsgebiet reichenden Lausitzer
Kultur. Westlich der Mulde bis zur Ohremündung siedelte die Saalemündungsgruppe.
Literatur: E. Gringmuth-Dallmer, Die urgeschichtliche
Besiedlung der Altstadt Magdeburg. Jahresschrift für mitteldeutsche
Vorgeschichte 55, 1971, 35-53.
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