Spiralplattenfibel
 

Bronze
Magdeburg-Salbke
1.500 v. Chr.

Flussfundstücke
Im Magdeburger Raum bauen Kieswerke zwischen Elbe und Steilufer großflächig Flussablagerungen zur Baustoffgewinnung ab. So kamen in den Stadteilen Salbke und Fermersleben von 1938 bis 1980 durch den Abbau der Schotter bis zum anstehenden Buntsandstein in einer Tiefe von 12 m ca. 160 Funde des Paläolithikums bis Mittelalter zu Tage. Zwar konnten die Funde nicht in ihrem Schichtzusammenhang geborgen werden konnten, es zeichnet sich jedoch ab, dass in Zeiten trockenen und warmen Klimas Siedlungen in der Elbaue meistens am Rande alter Flussläufe bestanden haben. Schmuck und Waffen der mittleren und späten Bronzezeit tauchten immer wieder an der gleichen markanten Stelle auf, dort, wo zu jener Zeit die Sülze in die Elbe mündete. Über 900 Jahre waren die Fundstücke in den Fluss geraten, so dass hier eine Deutung als Opfergabe an einem heiligen Platz am wahrscheinlichsten ist.

Durch seinen Reichtum an Kupferlager- und Salzlagerstätten entwickelte sich das Elbe-Saale-Gebiet in der Bronzezeit zu einem wichtigen Wirtschaftsraum. Auch wenn prähistorische Abbauspuren fehlen, belegen die außergewöhnlich reichen Depotfunde Sachsen-Anhalts und Sachsens die vorhandene Wirtschaftskraft und Fernverbindungen zu den damaligen Hochkulturen der Ägäis. Die Spiralplattenfibel aus Magdeburg-Salbke, eine Fibelform, bei der die Drahtenden zu Spiralen aufgewickelt wurde, gehört in die Zeit der Hügelgräberkultur, in der erstmalig die sog. Fibel zum Verschließen der Kleidung auftauchte. Charakteristisch für diese bronzezeitliche Kultur ist die Bestattung in Grabhügeln. Flache Hügelgräber sind später durch den Ackerbau verschwunden. Ihr Hauptverbreitungsgebiet war Thüringen sowie der Main- und Donauraum. Wie auch in Magdeburg finden sich ihre Funde an Uferterrassen und Flussniederungen. Am Ende dieser Zeit verstärkten sich Einflüsse aus dem norddeutschen Gebiet.

Literatur: H. Lies, Baggerfunde aus dem Elbkieswerk Magdeburg-Salbke. Jahresschrift für mitteldeutsche Vorgeschichte 47, 1963, 101-120.