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Feuerstein
Gerwisch, Lkr. Jerichower Land
Die Jagd mit Pfeil und Bogen
Die Weichsel-Kaltzeit zwischen 100.000 und 12.000 vor heute umfasste zwei
Kaltphasen, in denen Mitteldeutschland zeitweise unbewohnbar war. Erst
am Ende der Weichsel-Kaltzeit – als sich letztmalig ein arktisches
Steppenklima in Mitteleuropa ausgebreitet hatte, tauchen wieder Jägergruppen
im mittleren Elbegebiet auf.
12.000 Jahre vor heute ging die Eiszeit schlagartig zu Ende. Die durchschnittliche
Temperatur stieg um 5° C. Aus offenen Steppen entstand eine Waldlandschaft.
Das Jägerleben ist in den Gehölzen schwieriger geworden, Pfeil
und Bogen waren jetzt die wichtigste Waffe. In Gerwisch, Landkreis Jerichower
Land, sind Rastplätze der spät- und nacheiszeitlichen Menschen
auf Sanddünen entdeckt worden. Grubenförmige Vertiefungen könnten
Reste von Hütten sein.
Mit einfacher Technik hergestellte Abschläge dienten der Werkzeugfertigung.
Charakteristisch ist die Bearbeitung der Kanten zu stumpfen Flächen.
Die typischen Steingeräte – sog. Federmesser – wurden
multifunktional eingesetzt; ein Teil daran als Pfeilspitze. In der Nacheiszeit
waren die Feuersteingeräte nur noch „mikrolithisch“ winzig
groß. Die mikrolithischen Steingeräte dienten als Pfeilspitzen
und wurden mit Birkenpech in den Holzschaft geklebt.
Literatur: T. Weber, Das Paläolithikum und Mesolithikum
in Mitteldeutschland. Archäologie in Sachsen-Anhalt 6, 1996, 3-14.
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