Faustkeil
 

Feuerstein
Magdeburg-Neustadt

Eiszeitliche Jägernomaden an der Elbe
Mit Beginn der Saale-Eiszeit (330.000-127.000 Jahre vor heute) ist der Mensch – Homo sapiens neanterthalensis - zum ersten Mal in Mitteldeutschland auch in der Kaltzeit nachgewiesen. Offenbar sammelten die damaligen Menschen auf den weiten Flussterrassen der Elbe Feuerstein für ihre Werkzeuge. An Ort und Stelle stellten die Steinschläger aus dem Rohmaterial überwiegend Vorformen und weniger fertige Geräte an. Im Gegensatz zu den kurzfristig aufgesuchten Werkplätzen in den Elbauen werden die eigentlichen Lagerplätze jagdstrategisch und witterungsgünstiger gelegen haben. Das typische Gerät aus der Epoche des klassischen Neandertalers ist der Faustkeil. Ein erfahrener Steinschläger fertigt in weniger als 15 Minuten einen Faustkeil.

Wasser und Eis der vielen Vereisungsphasen haben Stein, Kies und Sand zusammengetragen, die heute industriell genutzt werden - so auch in den Magdeburger Kieswerken, in denen Schotter der Elbaue abgebaut werden. Bis heute kommen immer wieder archäologische Funde aus Schichten bis zu einer Tiefe von 18 Meter unter dem Grundwasserspiegel zum Vorschein. Somit ist für die Altsteinzeit an der mittleren Elbe typisch, dass die Fundumstände meist unbekannt sind.

Literatur: T. Weber, Das Paläolithikum und Mesolithikum in Mitteldeutschland. Archäologie in Sachsen-Anhalt 6, 1996, 3-14.
B. Lange/T. Weber, Als Archäologe am Baggersee. Baustoffgewinnung und Bodendenkmalpflege im mittleren Elbtal.
Archäologie in Sachsen-Anhalt 1, 1991, 14-19