Armring mit Schlangenkopfende
 

Silber
Gommern, Fundplatz Galgenberg, Lkr. Jerichower Land
2./3 Jahrhundert n. Chr.

Silber aus Gommern
Wie in den vergangenen Jahrhunderten blieb es üblich, die Toten
zu verbrennen. Zunächst gab die germanische Bevölkerung des Mittelebegebietes ihren verstorbenen Angehörigen noch Trachtzubehör, Schmuck, Waffen und Geräte mit in das Grab. Seit dem 3. Jahrhundert n. Chr. besitzen die Urnenfriedhöfe der sog. Burger Gruppe in der Regel nur einförmige, „ärmliche“ Grabausstattungen, die sich meist auf die Urne als Behälter für den Leichenbrand selbst beschränken. In diesen Fällen verstellen Jenseitsvorstellungen und Bestattungssitten nicht nur den Blick in den Alltag, in die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umstände der hier lebenden Menschen, sondern machen ihn nahezu unmöglich. Schlaglichtartig erlauben eine Reihe von Körpergräbern mit herausragenden Beigaben die Sicht auf germanische Eliten des 3. Jahrhunderts. In den Fürstengräbern des sog. Haßleben-Leuna-Horizontes, bezeichnet nach Fundorten entsprechender Gräber, geben sich Vertreter jener Oberschicht erkennbar, die weit reichende Verbindungen zum Römischen Reich besaßen. Das reichste Fürstengrab in Germanien ist das 1990 in Gommern entdeckte Grab eines 35-40 alten Mannes aus der Zeit um 300. In der Umgebung des Fundplatzes sind noch sieben weitere Bestattungsplätze der Römischen Kaiserzeit bekannt. Aus einer in den 50er Jahren entdeckten Bestattung stammt ein silberner Schlangenarmreif – ein Beleg, das neben den überdurchschnittlich reich ausgestatteten Körpergräber auch Brandbestattungen qualitätsvolle Beigaben aufweisen.

Literatur: M. Becker/G. Böttcher/G. Gosch/T. Weber, Ein Fürstengrab der spätrömischen Kaiserzeit bei Gommern, Ldkr. Burg. Vorbericht. Jahresschrift für mitteldeutsche Vorgeschichte 75, 1992, 301-311.
H. Behrens, Die wichtigsten Neufunde des Jahres 1951 im Lande Sachsen-Anhalt. Jahresschrift für mitteldeutsche Vorgeschichte 36, 1952, 294.
S. Fröhlich (Hrsg.), Gold für die Ewigkeit. Das germanische Fürstengrab von Gommern. Begleitband zur Sonderausstellung im Landesmuseum Halle (Saale) (Halle 2000).
E. Schmidt-Thielbeer, Das Gräberfeld von Wahlitz, Kr. Burg. Veröffentlichungen des Landesmuseums für Vorgeschichte in Halle 22, 1967, 37 Nr. 39.