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Bronze
7. Jahrhundert
Magdeburg-Fermersleben
Eine Dame aus dem Rheinland an der Elbe?
An einer Stelle in den südlich von der Magdeburger Altstadt gelegenen
Elbauen (Magdeburg-Fermersleben) fanden sich nahezu ausschließlich
Funde der jüngeren Kaiserzeit und des Mittelalters, wie beispielsweise
eine bronzene Amulettkapsel. Ein alter Elbearm mit einer Uferbefestigung
aus angespitzten Pfählen und Bruchsteinen wurde hier angeschnitten.
In ihrem Bereich lag ein mittelslawisches Standbodengefäß (9.-11.
Jahrhundert). Aus dem Jahre 1105 stammt die erste schriftliche Erwähnung
einer Fähre zum gegenüberliegenden Prester, einem weit in die
Flussniederung reichenden Sporn. Alle Indizien sprechen für einen
länger genutzten Ufersiedlungsplatz an einer wichtigen Verkehrsverbindung
in den ursprünglich bewaldeten Flußauen oder auf der Uferterrasse.
Es handelt sich um keine Ausnahme, denn die bekannten Fundstellen des.
5. bis 8. Jahrhunderts zeigen zumindest westelbisch ein dichtes Netz von
Uferrandsiedlungen entlang des Stromes. Konkretisieren lässt sich
der Fundplatz in Fermersleben nicht mehr, da der Kies abgebaggert ist
und heute hier Seen angelegt sind.
Handwerker des Mittelrheingebietes fertigten die mit Kreispunzen verzierte
Amulettkapsel an. In reichen Frauengräbern des fränkischen Rheinlandes
und des alemannischen Südwestdeutschlands wurden die Kapseln als
Teil des Brustschmuckes oder des Gürtelgehänges gefunden. Es
ist denkbar, dass die Kapsel nicht als Handelsgut, sondern mit ihrer Besitzerin,
die sich mit dem Trachtbestandteil sichtbar von der lokalen Bevölkerung
abhob, an die Elbe kam. Bis zur Zerschlagung ihres Königreiches im
Jahre 531 durch die Franken mit Hilfe der Sachsen stand der Magdeburger
Raum unter Einfluss der Thüringer, deren Kerngebiet im Saale-Unstrut-Gebiet
lag. Die Amulettkapsel aus Magdeburg-Fermersleben gehört zu den fränkischen
Funden des 6. und 7. Jahrhunderts, die Ausdruck einer engen Bindung der
einheimischen Führungsschicht zum Frankenreich sind.
Literatur: H. Lies, Baggerfunde der Jahre 1974/75 von
Magdeburg-Fermersleben. Ausgrabungen und Funde 21, 1976, 237-244.
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