Möbel
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1892 kaufte der Geheimrat Wilhelm Bode aus einer Villa in
Genua für
850,- Lire einen viertürigen Nussbaumschrank. Das Möbel aus
der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts, getragen von geflügelten
Sphinxen und verziert mit geschnitzten Masken, Palmetten und Friesgestaltungen,
war der Beginn einer Magdeburger Möbelsammlung.
Aus seiner Entstehungsgeschichte begründet, befindet sich noch heute
ein ungewöhnlich großer Möbelbestand im Kulturhistorischen
Museum.
Die europäische Stilgeschichte wurde an Hand der Wohnkultur
im Gründungesjahr 1906 präsentiert. Für die damalige Dauerausstellung
stellte man Zimmereinrichtungen von der Gotik bis zum Biedermeier zusammen.
Trotz Verlusten im 2. Weltkrieg sind neben einer weitgefächerten
Auswahl von Gebrauchsmöbeln der letzten sechs Jahrhunderte hervorragende
Einzelstücke in der Sammlung.
Mehr als 800 Möbel vom gobelinbestickten Stiefelknecht
bis zu barocken Dielenschränken aus Hamburg, Lübeck und Danzig
lassen eine Zeitreise durch Wohnungseinrichtungen vorwiegend gut situierter
Familien zu.
Truhen als multifunktionaler Hausrat im Wandel der Nutzung, Schreibmöbel
als zierlicher Damensekretär oder in Form eines schweren Schreibschrankes,
Sitzgelegenheiten vom hölzernen Faltstuhl bis zum gepolsterten Sessel,
aber auch Wiegen, Spiegel und einige Musikinstrumente wurden gesammelt.
Schlafzimmer- und Küchenmöbel bis in die Zeit
um 1920, Bauhausformen und viele weitere hölzerne Wohnutensilien
sind als Sachzeugen des jeweiligen Zeitgeschmacks aufgenommen worden. |