Kapitel  

Römisches Kapitell
Stadtrömisch,
erste Hälfte 2. Jahrhundert n. Chr.
Magdeburg südlich des Domchores
Marmor - Akanthusblattspitzen und Eckvoluten abgebrochen

Nach seiner triumphalen Rückkehr von der Lech- feldschlacht im Jahre 955 verkündete Otto der Große seinen Entschluß, in Magdeburg den Bau einer neuen prachtvollen Kirche zu beginnen. Von diesem Kirchenbau berichtet der Chronist Thietmar von Merseburg zu Beginn des
11. Jahrhunderts: „Auch kostbaren Marmor, Gold und Edelsteine ließ der Caesar (Otto I.) nach Magdeburg schaffen. In alle Säulenkapitelle befahl er sorgsam Heiligenreliquien einzuschließen.“ Im heutigen Dom und seinen Anbauten haben sich zahlreiche römisch-antike Säulenschäfte und Kapitelle erhalten, die durch Otto den Großen nach Magdeburg gelangten und später in den Neubau des gotischen Domes übernommen wurden. Mit ihrem Transport antiker Säulen und Kapitelle über die Alpen schloß Otto der Große unmittelbar an das Vorbild Karls des Großen an, der für seine neu errichtete Pfalzkapelle in Aachen ebenfalls antike Säulen aus Italien herbeigeschafft hatte.