Home  
Suche
Kontakt
International
Kulturhistorisches Museum
 
Service Ausstellungen Sammlungen Highlights Veranstaltungen Archiv Wir ueber Uns
Archäologie
Mittelalter
Stadtgeschichte
Münzen, Medaillen
Militaria
Möbel
Gemälde
Grafik
Textilien
   
Schulgeschichte
Bibliothek
 
 
 


Kunsthandwerk

Informationen zu den Bildern erhalten Sie, wenn Sie auf das entsprechende Photo klicken.

Hiermit geben wir Ihnen Einblicke in das Magazin für Kunsthandwerk, einen unserer nicht öffentlichen Bereiche, aus dem Museumsmitarbeiter und Ausstellungsgestalter schöpfen, um Geschichte erlebbar zu machen.

Das Magazin gleicht einer Schatzkammer, in der materialgerecht und klimatisch überwacht jedes Objekt seinen Standort zugewiesen bekommt. Es ist eine Art Schausammlung, in der die Objekte nicht in einen Ausstellungskontext eingebunden sind, sondern wissenschaftlicher Erschließung zur Verfügung stehen.

Im Kunstmagazin des Kulturhistorischen Museums werden z.Zt. über 5000 Objekte des Kunsthandwerks bewahrt. Die ältesten sind der römischen Kaiserzeit, die jüngsten unserer Gegenwart zuzuordnen. Der Sammlungsbereich Kunsthandwerk umfasst quer durch die Kulturgeschichte Objekte aus Glas und Keramik, Gold und Silber, Eisen, Kupfer, Zinn, Bronze und Messing . Die meisten dieser Objekte sind Zeugen für die Entwicklung des Kunsthandwerks in der Stadt Magdeburg. Genannt seien hier zum Beispiel die Produkte des Zinngießer-Handwerks, welches seit dem 14.Jh. bis zum Anfang des 20.Jhs. in Magdeburg nachweisbar vertreten war. Ein außergewöhnliches Stück der Zinnsammlung ist ein sogenannter Trenck-Becher, mit dem es folgende Bewandnis hat:

Um 1760 wurden Erzeugnisse von Magdeburger Zinngießern durch ihren Graveur europaweit bekannt. Der Baron Friedrich Freiherr von der Trenck war im Jahre 1744 bei Ausbruch des 2. Schlesischen Krieges Ordonnanzoffizier bei Friedrich dem Großen. Er fiel jedoch bald in Ungnade. 1754 brachte man ihn in die Festungsanlagen von Magdeburg . In den letzten drei Jahren seiner Festungshaft, gravierte er mit einem einfachen Brettnagel zinnerne Becher mit Sinnbildern und Sprüchen, die auf sein Schicksal hinweisen. Weiteres ist nachzulesen im Museumsheft Nr.6 „Magdeburger Zinngießer“ von Manfred Nehrkorn.

Wussten Sie, dass es in Magdeburg eine Fayence-und Steingut-Manufaktur gab, deren Produkte heute unter Sammlern begehrte Stücke sind?
1756 wurde die Manufaktur durch Johann Philipp Guischard II eingerichtet und bis 1839 betrieben. In unserem Bestand befinden sich Fayencen von hohem ästhetischen Reiz, u.a. zart dekorierte Fliesen, aufwendig gestaltete Netzrandteller, Schalen und Krüge sowie edel anmutendes Steingut:
"Behaftet mit dem Schein teuren Porzellans, aber wesentlich billiger traf dieses Material auf einen breiten Zuspruch.“ (Sabine Liebscher, Die Magdeburger Steingutfabrikation, aus: "Die Magdeburger Fayence- und Steingut-Manufaktur der Familie Guischard 1756-1839)

Bemerkenswert ist ganz sicher auch die (Schmiede-)Eisensammlung des Magdeburger Maschinenfabrikanten Rudolf Wolf, welche als Geschenk an seine Vaterstadt einen Ehrenplatz im Rathaus einnahm bevor sie 1893 ins Museum kam. Aus der Zeit der Kunstgewerbe-und Handwerkerschule Magdeburg (1793-1963) sind Objekte erhalten geblieben von Künstlern, wie vom Barlach-Schüler Hans Wewerka, sowie Fritz von Heider und Albin Müller, die beide erfolgreich an der Weltausstellung 1904 in St.Louis teilnahmen. Weitere Beispiele dieser Art wären mühelos hinzuzufügen. Abschließend sollte eine jüngst erworbene und unseren Bestand bereichernde Deckelvase aus den 20er Jahren des 20.Jh. nicht unerwähnt bleiben. Sie entstand nach einem Entwurf des in Magdeburg geborenen und vielseitig tätigen Künstlers Kurt Wendler, der u.a. zahlreiche Dekore für die Porzellanmanufaktur Rosenthal entwarf.

 
Deckelvase
Netzrandteller
Bueste
Tuerbeschlag
Schluessel
Schluessel
Tuerbeschlag
Trenckbecher
Schloss
 

 

Copyright Kulturhistorisches Museum Magdeburg. Bei Fragen und Problemen wenden sie sich bitte an den Webmaster.
Design und Programmierung Jana Richter, Programmierung Axel Panning.