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Im Jahre 1990 entdeckten ehrenamtliche
Bodendenkmal-pfleger aus Magdeburg eine merkwürdige Ansammlung großer
Steine auf dem Gerstenberg bei Gommern.
Dank ihrer Aufmerksamkeit sicherte das Landesamt für Archäologie,
Halle, dort eines der reichsten und besterhaltenen Gräber Germaniens
aus der Römischen Kaiserzeit. Die umfangreichen, fast zehn Jahre
laufenden Restaurierungsarbeiten konnten nicht nur einmalige Funde aus
Gold und Silber dieser Zeit, sondern auch aus Holz,
Leder und Stoff freilegen, konservieren und rekonstruieren.
Ein Prunkschild, silberne Pfeilspitzen und Reitersporen, goldener Ringschmuck,
Geschirr aus Silber, Bronze, Glas und Holz - die wertvollen Beigaben spiegeln
das Lebensbild eines Germanen wider, der um 300 n. Chr. zur oberen Gesellschaftsschicht
gehörte und seine Verbindungen genauso zum Römischen Imperium
wie nach Skandinavien pflegte.
Zuletzt in Berlin, Bonn und Kopenhagen ausgestellt, wurde
das Fürstengrab von Gommern nach mehr als vier Jahren erstmals wieder
in Sachsen-Anhalt präsentiert. |