Museumsgeschichte
1849
Der Magdeburger Kunstverein veröffentlicht seine Vorschläge
zur Begründung einer öffentlichen Gemäldesammlung, die
den Grundstein eines künftigen Magdeburger Museums bilden sollte.
1856
Der Magdeburger Kunstverein erwirkt bei der Königlichen Regierung
die Zusage für einen Ausstellungsraum im Dekanatsgebäude über
dem Kreuzgang des Doms.
April - Mai 1858
Im Ausstellungssaal des Kunstvereins wird die erste öffentliche Kunstausstellung
des Vereins präsentiert.
1860
Der Kunstverein gibt die Gründung des ersten Magdeburger Museums
für Kunst bekannt.
1888
Die Stadt erhält bedeutende Zuwendungen von mehreren Mäzenen
zur Erweiterung bereits bestehender Sammlungen und ausdrücklich zur
Ausstattung eines städtischen Museums. Durch den Rat und die Vermittlung
der Berliner Museumsdirektoren Prof. Dr. Wilhelm Bode und Prof. Dr. Lessing
gelingt der Ankauf von Gemälden alter Meister, von mustergültigen
Möbeln, Webstoffen, Stickereien, Porzellan, Majoliken“ und
anderem mehr.
1892
Der spätere Direktor des Kaiser Friedrich Museums Magdeburg, Theodor
Volbehr (1862-1931), übernimmt in Magdeburg das Amt des Vorstehers
der Sammlungen des Kunstgewerbevereins.
April 1893
Die Stadt wird Eigentümerin des Generalkommando-Gebäudes am
Domplatz 5, das am 1. November 1893 als erstes Städtisches Museum
eröffnet werden kann.
1895
Theodor Volbehr erhält die Leitung des Museums am Domplatz und beginnt
im Auftrag des Rates mit den Planungen eines Museumsneubaus.
1897
Architekturwettbewerb zum Neubau eines Museums der Stadt Magdeburg. Aus
79 Einsendungen wird ein Jahr später der Entwurf mit dem Kennwort
„Kiek in die Köken“ angenommen. Nach der Veröffentlichung
stellt sich heraus, dass die beiden Architekten aus Straßburg eine
Arbeit des Wiener Architekten Professor Friedrich Ohmann für ein
Museum in Reichenberg/Böhmen nach den Magdeburger Anforderungen umgestaltet
und eingereicht hatten. Mit kleinen Veränderungen übernimmt
Professor Ohmann den Aufbau in Magdeburg.
1901
Anfang des Jahres erfolgt der erste Spatenstich für den Neubau des
Museums. Im April unterzeichen der Oberbürgermeister der Stadt
Dr. Gustav Schneider und der Wiener Architekt Prof. Dr. Friedrich Ohmann
in Magdeburg den Vertrag zum Neubau eines städtischen Museums für
Kunst und Kunstgewerbe. Vorgesehen war dafür der Heydeckplatz.
16. Dezember 1906
Nach fast fünfjähriger Bauzeit wird in Anwesenheit des Kronprinzen
Friedrich Wilhelm und weiterer Mitglieder der kaiserlichen Familie der
Neubau des Museum den Bürgern der Stadt übergeben. Als Gründungsdirektor
wird Dr. Theodor Volbehr berufen. Bis zum Ausscheiden aus dem Amt 1923
entwickelte und realisierte Volbehr das Konzept des „Kulturmuseums“
als Teil eines (inter)nationalen Museumssystems.
1913
Der erste von mehreren geplanten Erweiterungsbauten, die das Ensemble
nach der endgültigen Fertigstellung auch im Süden schließen
sollten, bot vor allem Werken der modernen Kunst zusätzliche Schauräume.
1921
Direktor Volbehr beginnt mit der Neuordnung der Gemäldegalerie des
Museums. Ein großer und ein kleiner Museumsführer erscheinen
in dieser Zeit, außerdem erstmals auch „Museumshefte“.
1923
Nach drei Jahrzehnten erfolgreicher Arbeit in Magdeburg übergibt
Prof. Dr. Theodor Volbehr die Direktion des Museums an Dr. Walther Greischel
(1889 – 1970).
1924
Bildung einer Museumsgesellschaft.
1927
Das Museum ist in die weltweit erfolgreiche große Theaterausstellung
in Magdeburg eingebunden. Die Zeit der spektakulären Ankäufe
war vorbei. Dennoch konnten zwischen 1925 und 1931/32 noch bedeutende
Kunstwerke erworben werden. So Arbeiten von Böcklin, Thoma, Waldmüller,
Graeb und Heckel.
Mai 1931
Im Museum fand die Ausstellung zum Gedenken an die Zerstörung Magdeburgs
im Dreißigjährigen Krieg statt. Es war dies vermutlich Walther
Greischels größtes Ausstellungsprojekt.
1933/1937
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde mehrfach, doch
erfolglos die Ablösung von Museumsdirektor Greischel wegen „nationalsozialistischer
Unzuverlässigkeit“ betrieben.
1939/1942
Die Auslagerung der Museumsschätze in das Salzbergwerk Neustaßfurt
und an umliegende Orte wird vorbereitet und durchgeführt.
1945
Das Gebäude des Kaiser Friedrich Museums wird bei einem Luftangriff
Mitte Februar schwer beschädigt. Während eines Brandes und durch
Plünderungen am Auslagerungsort in Neustaßfurt nach dem Eintreffen
amerikanischer Truppen gehen fast zwei Drittel des Museumsbestandes verloren,
darunter etwa 400 Gemälde von europäischen Rang. Walther Greischel
flieht im Sommer nach Westdeutschland. Als verantwortlicher Leiter übernimmt
Prof. Dr. Herbert Brüning (1911-1983) die Rettung und Rückführung
der Restbestände. 1951 wird Brüning Direktor des
Kulturhistorischen Museums Magdeburg.
1945/46
Nach Notsanierungen werden auf der Galerie wieder Ausstellungen gezeigt.
1947
Das Museum präsentiert die große Nachkriegsausstellung „Magdeburg
lebt!“. Bis zur Schließung im August werden über 40 000
Besucher registriert.
1948
Das Museum zeigt in 16 Räumen wieder Dauerausstellungen.
1952
Zum 350. Geburtstag Otto von Guerickes würdigt das Museum in einer
bedeutenden Ausstellung das Leben und Werk des Magdeburger Bürgermeisters,
Naturforschers und Ingenieurs.
1958
Im ehemaligen Magdeburger Saal (heute Kaiser-Otto-Saal) wird die erste
polytechnische Abteilung in einem Museum der DDR eingerichtet. Zu diesem
Zeitpunkt waren das Wandgemälde von Arthur Kampf bereits verdeckt
und die obere Kapelle vermauert. Im Saal hing der Eindecker von Hans Grade.
1961
Der Wiederaufbau des Museums fand anlässlich der 3. Arbeiterfestspiele
in Magdeburg seinen vorläufigen Abschluss.
1974 – 1977/78
Der „Techniksaal“ (heute Kaiser-Otto-Saal) des Museums wird
durch den Einbau einer Zwischendecke vollkommen verändert, die Wiedereinrichtung
mit neuen Ausstellungen dauert bis 1977/78.
1988
In der unteren Galerie des Saales entsteht eine ständige Ausstellung
zum Leben und Werk Otto von Guerickes. Zu diesem Zeitpunkt war der Raum
in drei Teile gegliedert: in einen Techniksaal, in den Raum mit der Guericke-Ausstellung
und in die darüber ausgebreiteten Räume mit Ausstellungen zur
Geschichte der Arbeiterbewegung.
1991
Dr. Matthias Puhle wird Leitender Direktor der Magdeburger Museen.
1995
Mit der Einrichtung eines Technikmuseums in der Dodendorfer Straße
65 beginnt die Umlagerung der Ausstellung zur Geschichte der Technik und
die Sanierung des Kulturhistorischen Museums. Gleichzeitig wird nach einem
neuen Standort für das seit 1992 wieder eigenständige Museum
für Naturkunde gesucht.
2001
Im Jahr der Europarats- und Landesausstellung „Otto der Große,
Magdeburg und Europa“ wird der Magdeburger Saal durch den Oberbürgermeister
der Landeshauptstadt Magdeburg in „Kaiser-Otto-Saal“ umbenannt
und eingeweiht.
2005/2006
In Vorbereitung auf das Stadtjubiläum der Ersterwähnung Magdeburgs
805-2005 und auf die gemeinsam mit dem Deutschen Historischen Museum Berlin
durchgeführte Ausstellung „Das Heilige Reich“ (2006)
wurde das Gebäude vor allem im Osttrakt saniert und modernisiert.
2008/2009
Zwei herausragende Ausstellungen "Spektakel der Macht. Rituale im
alten Europa 800-1800", eine Kooperation mit der Westfälischen
Wilhelms-Universität Münster, und "Aufbruch in die Gotik.
Der Magdeburger Dom und die späte Stauferzeit" festigten den
Ruf des Museums als Zentrum für wichtige Ausstellungen zur Geschichte
des europäischen Mittelalters.
Im November 2009 bestätigte das Stadtparlament einen Anbau auf der
Südseite. Dadurch vergrößert sich das Gebäudeensemble
von 6500 auf 8300 Quadratmeter. Neben der zusätzlichen Fläche
von 400 Quadratmetern für Sonderausstellungen des Kulturhistorischen
Museums kann künftig die stadtgeschichtliche Dauerausstellung im
Erdgeschoß als Rundgang gestaltet werden und auch das Museum für
Naturkunde erhält attraktive Ausstellungsräume.
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