100 Jahre
Kulturhistorisches Museum Magdeburg 1906–2006

 

Ausstellung
im Kulturhistorischen Museum Magdeburg

August bis September 2007

 


Die Gründung des städtischen Museums
hat eine lange Vorgeschichte
und ist vor allem das Ergebnis bürgerschaftlichen Engagements
im 19. Jahrhundert.
Die Kommune befand sich in dieser Zeit auf
dem Weg zu einer bedeutenden Industrie-
metropole Mitteldeutschlands.
Zahlreiche bürgerliche Vereine forderten in gemeinsamen Denkschriften die Errichtung
eines modernen Ausstellungsgebäudes.
Mit beträchtlichen Zuwendungen und Stiftungen wurden die städtischen Sammlungen durch Ankauf gezielt erweitert und qualifiziert.

Diese Bemühungen und die Tätigkeit des späteren Gründungsdirektors Theodor Volbehr (1862-1931) führten zum Neubau des Kaiser Friedrich Museums, das am 16. Dezember 1906 eröffnet wurde.
Innerhalb der ersten zwei Jahrzehnte erlange die Einrichtung unter seiner Leitung eine herausragende Position im „Planetensystem“ deutscher Museen.

1945 erlitt das Gebäudeensemble, das stilistisch zur „Familie“ der agglomerierten Museums-bauten in Europa gehört und 1913 an der Ostseite planmäßig erweitert worden war, schweren Schaden. Brand und Plünderungen vernichteten große Teile der Sammlungen.


Nach der Umbenennung in „Kulturhistorisches Museum Magdeburg“ um 1947 wurde das Konzept in einigen Ausstellungsinhalten modifiziert, die grundlegende Zielstellung nicht. Ende der 60er Jahre übernahm das Haus mehrere Hunderttausend Fundobjekte zur mittelalterlichen Stadtentwicklung.

Der gesellschaftliche Umbruch am Ende
des 20. Jahrhunderts eröffnete neue Perspektiven der Museumsarbeit und führte zur konsequenten Orientierung auf die Bestimmung des Museums als Begegnungsstätte, als Ort der Kommunikation, der Wissenschaft und Forschung, der Bildung und Erziehung, aber auch des Spiels und des Genießens.

Die Ausstellung folgte in acht Kapiteln dem Weg von der Gründung des Kunstvereins 1835, der Einrichtung des ersten städtischen Museums
am Domplatz 1893 bis zur Eröffnung des Kaiser Friedrich Museums. Davon ausgehend wurde die Geschichte des Hauses und der Sammlungen nachgezeichnet. Gewürdigt werden die Gründungsväter, die Stifter und Mäzene,
die großzügigen Förderer, aber auch die Kunstfreunde in den Vereinen, die Architekten, Historiker, die Kustoden und Archäologen,
die die Entwicklung des Museums bestimmt und den Wiederaufbau nach dem Krieg gesichert haben. Gezeigt werden z.T. bislang unbekannte oder noch nie öffentlich ausgestellte Dokumente, Leihgaben aus Archiven und Museen sowie repräsentative kunstgeschichtliche Objekte, Gemälde, Möbel und Keramik aus den reichhaltigen Sammlungen.
Zur Ausstellung erschien eine Museumsschrift.